Patientenengagement zur Bewältigung der Herausforderungen bei der klinischen Entwicklung infolge des COVID-19-Ausbruchs

admedicum Business for Patients hat eine Reihe von kleinen Gesprächsrunden mit Patienten- und Branchenexperten organisiert. Dies ist eine anonymisierte Zusammenfassung dieser Gespräche, um Ihnen bei Ihrer eigenen Entscheidungsfindung zu helfen.
Zwei Frauen im Gespräch miteinander

admedicum Business for Patients hat eine Reihe von kleinen Gesprächsrunden mit Patienten- und Branchenexperten organisiert. Dies ist eine anonymisierte Zusammenfassung dieser Gespräche, um Ihnen bei Ihrer eigenen Entscheidungsfindung zu helfen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitssystem hielten wir es für wichtig, den Patienten zuzuhören, ihre Sorgen zu verstehen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, um die Auswirkungen der durch COVID-19 auferlegten Herausforderungen zu verringern.

Probleme, die sich für Patienten und die Industrie durch COVID-19 ergeben

Unterbrechung der regelmäßigen Pflegeroutinen

Patientenvertreter, die an den Rundtischgesprächen teilnahmen, berichteten, dass ihre Mitglieder und Freunde, die mit chronischen Krankheiten leben, mit Unterbrechungen der regelmäßigen Pflegeroutinen konfrontiert sind und geplante Behandlungen in den Krankenhäusern abgesagt oder verschoben werden.

Verzögerter oder erschwerter Zugang zur Versorgung

Die Patienten müssen die Behandlungsformel ändern oder den Beginn einer neuen Behandlung verschieben. Patienten, die Immunsuppressiva als Teil der Behandlung von Krankheiten wie Krebs einnehmen, befinden sich in einer besonders schwierigen Situation. Nicht alle Behandlungen können derzeit telemedizinisch durchgeführt werden. Wie können wir zum Beispiel eine MRT-Untersuchung des Tumorwachstums virtuell durchführen?

Ein Patientenvertreter wies auf eine besonders schwierige Situation hin, in der sich die Gemeinschaft der Menschen mit Autoimmunerkrankungen befindet. Ein entzündungshemmendes Medikament, das von vielen Menschen mit entzündlichen Erkrankungen verwendet wird, wird auch als mögliche Behandlung in klinischen Studien für COVID-19 untersucht. In Italien und Spanien lebende Patienten haben bereits auf Probleme beim Zugang zu diesem Medikament hingewiesen, bevor die Behandlung für COVID-19 untersucht wurde. Die Patienten können derzeit nicht wie üblich Krankenhäuser aufsuchen, um die Behandlungsinfusion zu erhalten, und machen sich Sorgen über den Zugang in der Zukunft.

Ausgesetzte oder verschobene klinische Prüfungen

Von großen Pharmaunternehmen bis hin zu kleinen Biotech-Firmen werden viele klinische Studien ausgesetzt oder verschoben. Die Patienten wollen und müssen Zugang zu Behandlungen haben, die ihre Lebensqualität verbessern oder sie in manchen Fällen sogar retten. Zeit ist wichtig. Ein Forschungsstopp von mindestens sechs Monaten bedeutet eine längere Wartezeit für Patienten mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf. Unsere Diskussionsteilnehmer wiesen darauf hin, dass ihre klinischen ATMP-Studien, die möglicherweise eine Operation oder einen längeren Krankenhausaufenthalt erfordern, in allen EU-Ländern abgebrochen werden.

Fundraising gefährdet oder reduziert

Wohltätigkeitsorganisationen, die sich auf die Forschung konzentrieren, können in dem neuen pandemischen Umfeld wachsender Arbeitslosigkeit keine Mittel beschaffen. Auch der Zugang zu Gutachtern und ethischen Prüfgremien wird immer schwieriger und beeinträchtigt das Tempo der Forschung. Einige gemeinnützige Forschungsorganisationen befürchten, dass Gelder, die zuvor für ihre klinischen Programme zugesagt wurden, in Zukunft umgeschichtet werden könnten.

Die Menschen zögern, das Krankenhaus aufzusuchen

In einigen Fällen betrachten die Patienten das Krankenhaus aufgrund ihrer Probleme mit dem Immunsystem als unsicher und vermeiden es, das Krankenhaus aufzusuchen, selbst wenn die Behandlung noch verfügbar ist. Es ist zu erwarten, dass Patienten jetzt oder sogar bei der Wiederaufnahme von Studien ausfallen, weil sie nicht bereit sind, an Besuchen vor Ort teilzunehmen. Dies kann zu Protokollabweichungen und Komplikationen bei der biostatistischen Analyse später im Jahr führen.

Bedarf an Unterstützung bei der Bewältigung von Herausforderungen

Wenn die klinischen Prüfungen in Zukunft wieder normal ablaufen, haben die Mitarbeiter der Prüfzentren möglicherweise nicht mehr die Zeit, den Patienten bei ihren normalen Tätigkeiten zu helfen, z. B. bei der Unterstützung der Familien und der Organisation des Transports zum Prüfzentrum. Die Patienten und ihre Angehörigen werden mehr Unterstützung benötigen, ihre Sorgen müssen angehört und in einer Weise behandelt werden, die den Wert ihrer Rolle in der Forschung deutlich macht.

Verlängerung der IRB- und behördlichen Genehmigungsfristen

Die Aufsichtsbehörden haben deutlich gemacht, dass Änderungen an den Protokollen für klinische Prüfungen möglich sind, aber es dauert seine Zeit, bis die Genehmigung des IRB vorliegt und diese Verfahrensänderungen dann in allen Prüfzentren weltweit umgesetzt werden. Bis dahin kann sich die Situation in vielen Ländern völlig ändern.

Mangel an zuverlässigen und gültigen Informationen

Die Patientengemeinschaft fühlt sich nicht sehr gut informiert und bemängelt einen Mangel an Kommunikation seitens der Krankenhäuser.

Nachdem wir nun über einige der wichtigsten Probleme nachgedacht haben, stellt sich die Frage, wie wir diese Herausforderungen mit dem Engagement der Patienten angehen können.

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